Cost Average Effekt optimieren?

Eine sehr angenehme Sache ist der Cost Average Effekt. Man kauft z.B. eine höhere Stückzahl Fondsanteile wenn der Kurs des Fonds niedriger ist als beim vorherigen Anteilskauf.
Hier stellt sich die Frage ob man diesen Prozess optimieren kann.
Herkömmlich investiert man zu einem festgelegten Zeitpunkt (z.B. jeden Monat zum 5.Werktag) einen im voraus festgelegten Betrag in einen Fonds. Dieses Konzept funktioniert sehr gut, man bekommt in schlechten Zeiten mehr Stückzahlen und erreicht dadurch einen besseren Durchschnittskaufkurs. Bei Markterholung ist man im Besitz einer erhöhten Stückzahl welche sich positiv auf die Ergebnisentwicklung auswirkt.

Nun stelle man sich einmal vor diesen Effekt zu verfeinern. Einerseits könnte man den Zukaufszeitpunkt am Marktgeschehen ausrichten, andererseits wäre es möglich die jeweilige Kaufsumme zu optimieren.

Ein Szenario könnte beinhalten dass wie es so üblich ist ein Betrag von 100€ pro Monat investiert werden soll.
Bisher wurde dieser Betrag immer am 5. Tag des Monats gekauft. Ignoriert man erstmal diesen Kaufzeitpunkt und schaut sich z.B. bei einem Index-Fonds die Entwicklung des jeweiligen Index genauer an könnte eine Kaufpreisoptimierung in der hinzunahme der Charttechnik bestehen. Man nehme den ersten Handelstag des jeweiligen Monats als Basis. Dieser Schlusskurs wird mit dem Schlusskurs des 2. Handelstages verglichen. Ist der Schlusskurs des zweiten Handelstages höher als der Schlusskurs
des ersten Handelstages erfolgt ein sofortiger Kauf. Falls aber der Schlusskurs des zweiten Handelstages tiefer als der Schlusskurs des ersten Handelstages notiert erfolgt eine erneute Prüfung zum nächsten Vortagesschlusskurs usw.. Natürlich könnte man die Prüfintervalle erhöhen auf 2 oder mehrere Tage Abstand. Falls die Schlusskurse bis zum vorletzten Handelstag noch kein
Kaufsignal generiert hatten erfolgt am letzten Handelstag des Monats ein sofortiger Kauf der jeweiligen Anteile des geplanten Monatsanlagebetrages. Weiterhin könnte man die technische Analyse bemühen und bei Durchbruch durch vorherige Hochs nachkaufen.

Dem Aspekt der preislichen Komponente könnte man mit einer Aufteilung des monatlichen Anlagebetrages begegnen.
Dieser könnte zu 50% am Monatsanfang investiert werden. Steigt der Markt innerhalb einer im voraus festgelegten Anzahl von Tagen erfolgt ein Sofortkauf der restlichen 50% der Anlagesumme. Fällt der Markt hingegen wird wie im obigen Beispiel dargelegt noch weiter wird abgewartet bis ein Kaufsignal generiert wird. Auch hier könnte man falls am vorletzten
Handelstag noch kein Kaufsignal generiert worden sein soll die restlichen 50% der Anlagesumme sofort zukaufen.

Zugegeben stellt diese Verfahrensweise einen erheblichen Mehraufwand gegenüber einem automatischen Kauf einer festgelegten Summe zu einem festgelegten Zeitpunkt dar. Eine Diskussion über die Sinnhaftigkeit einer solchen Vorgehensweise ist sie meiner Meinung aber wert.

Ich möchte noch darauf hinweisen dass es sich hier um keine erprobte Strategie handelt. Die Ausführungen stellen keinesfalls eine Handelsempfehlung oder sonstiges dar. Sie dienen nur um zur Diskussion über die Vorteile bzw. auch Nachteile dieses Vorgehens anzuregen.

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